Freitag, Oktober 7, 2022
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Menschen, Systeme, Konzepte – brauchen wir eine neue Hotellerie?

Am 29. September findet der „HotelTalk“ 2022 in Berlin statt. Im Mittelpunkt des Events stehen eine hochkarätig besetzte Talk-Runde und die mitreißende Keynote eines der profiliertesten Volkswirte und Analysten Deutschlands. Wie ist die Gemengelage, die dem Talk das Fundament verleiht? Wir werfen einen Blick voraus.

Pandemie, Inflation, Mitarbeitermangel und Klimawandel – die Hotellerie steht vor Herausforderungen von bisher unbekanntem Ausmaß. Vieles, was lange als selbstverständlich galt, wird nun in Frage gestellt. Digitalisierung, neue Arbeitszeitmodelle und eine nachhaltige Ausrichtung der Betriebsführung nehmen zunehmenden Einfluss auf die Art und Weise, wie sich die Betriebe der Branche für die Zukunft aufstellen. Gleichzeitig kämpft die Hotelindustrie mit den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise, sieht einer drohenden Energieknappheit entgegen und bewegt sich damit auf unwägbarem Terrain. Vorbei scheint die Zeit, in der einem Erfolgsjahr das nächste folgte. The sky is the limit, das war gestern. Bescheidenheit ist angesagt, für viele Betriebe geht es um die Existenz.

Die Gäste sind zwar endlich wieder da, die Hotels an manchen Standorten melden gar Rekord-Geschäft. Dafür sind dem People Business in der Pandemie die Mitarbeiter in Massen davongelaufen, abgewandert in krisenfestere Branchen. Schon vor der Pandemie war der Mitarbeitermangel in der Hotellerie kritisch. Mittlerweile ist er streckenweise dramatisch. Ein volles Haus lässt sich hier und dort schon gar nicht mehr managen, ganze Etagen müssen dann aufgrund fehlenden Personals geschlossen werden. Weitere Einschränkungen für das Business im bevorstehenden Winter, ob nun aufgrund der Pandemie oder fehlender Gasvorräte, würden in dieser Gemengelage wohl verheerende Konsequenzen haben.

Auch so ist die Situation prekär genug, ein Ende der Personalflaute nicht in Sicht. Einerseits, weil Corona die Branche mit voller Wucht erwischt hat. Andererseits, weil sich der demographische Faktor zunehmend bemerkbar macht: Jedes Jahr verlassen mehr Beschäftigte den Arbeitsmarkt als hinzukommen. Was also tun?

Um ihre Attraktivität als Arbeitgeber zu steigern, setzen immer mehr Hotelbetriebe nun auf flexiblere Arbeitszeiten und locken mit signifikant gestiegenen Gehältern. Das eine oder andere Unternehmen testet gar die Vier-Tage-Woche, die viele Anhänger, aber mindestens ebenso viele Kritiker hat. Und auch die Qualität der Führungskräfte steht auf dem Prüfstand. Echte Leadership-Fähigkeiten sind gefragt. Die Branche lässt nichts unversucht, um sich auf dem Arbeitsmarkt wieder in Stellung zu bringen. Und versucht zugleich, ein tendenziell ramponiertes Image aufzupolieren. Dabei geht es nicht zuletzt um die fehlende Wertschätzung in der Öffentlichkeit. Das soll sich möglichst schnell ändern.

Ein weiterer Weg, die klaffende Personallücke zu schließen, ist die Chancen zu nutzen, die sich aus der voranschreitenden Digitalisierung ergeben. Smarte Software-Lösungen versprechen reibungsloses Reisen. Besonders dort, wo es keine direkten Berührungspunkte mit dem Gast gibt, bietet sich der Einsatz technologischer Lösungen an und ermöglicht den Betrieben, wieder mehr Zeit im Service zu verbringen.

Selbst lange Zeit als tabu geltende Themen wie der Einsatz von Robotern gelten bei einer zunehmenden Zahl von Firmen mittlerweile als probates Mittel, um die personellen Probleme zu bewältigen. Vor ein paar Jahren noch schlossen viele Unternehmen Service-Roboter für ihre Hotels kategorisch aus. Heute polarisieren die Maschinen: Der eine will sie unbedingt ausprobieren, der andere lehnt sie weiterhin ab. Tendenz eindeutig: Pro Roboter.

Überlagert werden die aktuellen Probleme der Branche von einem Thema, das angesichts des immer offensichtlicheren Klimawandels und seiner Folgen weltweit Priorität besitzt beziehungsweise besitzen sollte: die Nachhaltigkeit. Lange Zeit galt sie trotz ihrer enormen Bedeutung für alle von uns als Randnotiz. Das hat sich grundlegend verändert. Auch in der Hotellerie haben sich zahlreiche Betriebe der Sache angenommen, einige richten sich gar konzeptionell daran aus. In der Masse des Hotelmarktes scheint das Thema aber nach wie vor nicht wirklich angekommen: Viele Betriebe reden darüber, um den Anschein zu erwecken, sich zu engagieren. Aber in vielen Fällen steht dem wenig Aktion gegenüber. Doch besonders die Gäste der Generationen Y und Z werden den Hoteliers „grüne“ Aktivität abverlangen. Ebenso die Firmenkunden, die „grünes“ Reisen in wachsendem Maße zum buchungsrelevanten Faktor machen.

Ohne jeden Zweifel steht die Hotellerie angesichts der riesigen Herausforderungen an einem Punkt, an dem es mehr als jemals zuvor auf unternehmerischen Weitblick ankommt. Keine Frage: Cleveres operatives Durchwursteln allein wird die wirtschaftliche Existenz in Zukunft nicht mehr sichern können.


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Keynote

Die Keynote spricht einer der profiliertesten Volkswirte und Chefanalysten Deutschlands: Folker Hellmeyer setzt sich mit den großen Themen unserer Zeit auseinander. Welche Folgen ergeben sich aus Pandemie, Krieg, Inflation und Klimawandel? Sind wir Zeugen einer Zeitenwende? Ist unser Wohlstand in Gefahr? Auf welche Szenarien müssen wir uns einstellen? Hellmeyer erläutert gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge, analysiert politische und ökonomische Ereignisse einer Welt im Wandel. Er geht den fundamentalen Dingen auf den Grund und richtet den Blick nach vorn: Wohin führt uns der Weg in dieser so unruhigen Zeit?

Die Talker

Green Lobby

Am Thema Nachhaltigkeit kommt kein Unternehmen mehr vorbei. Auch in der Hotellerie ist nachhaltiges Denken und Handeln gefragter denn je. Beim HotelTalk 2022 am 29. September im Dorint Kurfürstendamm Berlin präsentiert sich die Firma Wirelane am GreenTable.

Wirelane ist ein Full-Service-Anbieter für E-Mobilität und setzt sich in der Hotellerie zunehmend durch. Namhafte Branchenunternehmen wir etwa Motel One setzen auf die Dienste des dynamisch expandierenden Unternehmens. Einerseits, weil Wirelane den Hoteliers ein kompaktes Angebot einschließlich sämtlicher Hard- und Software machen kann. Andererseits, weil elektrisch angetriebene Fahrzeuge weltweit im Aufwind sind. Credo von Gründer Constantin Schwaab: „Laden ist ein Grundrecht wie der uneingeschränkte Zugang zum Internet.“

 

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