Montag, September 27, 2021
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„Partner auf Augenhöhe“

Herr Berchtold, kontaktlose, digitale Prozesse stehen in der Hotellerie hoch im Kurs. Wie beurteilen Sie die Entwicklung?

Wir adressieren mit unserer webbasierten Hotelsoftware vor allem inhabergeführte, bis zu 60 Zimmer große Häuser. Schon vor der Ausnahmesituation „Corona“ haben acht von zehn Interessenten den Anspruch zum Ausdruck gebracht, ihren Betrieb mit Blick auf unsere Themen voll automatisiert arbeiten lassen zu wollen. Auch deshalb, weil sie es in vielen Fällen müssen. Die Ursachen liegen auf der Hand: Personalmangel, Kostendruck und die Bedürfnisse der Kunden. Aus meiner Sicht gibt es mittlerweile eine Fülle von Anbietern, die Prozesse wie Check-in/out, Schließanlage, Schanktechnik, Distributions-, Reputations- oder Yield-Management abdecken. Zumeist ist es schwierig, die Leistungen der Anbieter zu unterscheiden und vor allem das Zusammenspiel zwischen den Systemen zu bewerten. 

Inwieweit können Sie Hoteliers dabei unterstützen, ihre Abläufe zu digitalisieren?

Was uns stark macht, ist die persönliche Beratung. Jedes Haus ist individuell, Eigentümerinnen und Eigentümer haben ihre speziellen Anforderungen. Wir haben den Überblick über die Systemlandschaft und können verschiedene Lösungen anbieten. Die Hotelsoftware von ibelsa ist eine echte Cloud-Anwendung. Wir arbeiten auf Basis einer Cloud-Server-Infrastruktur und zeitgemäßer Software-Sprachen, entwickeln fast monatlich neue Funktionen, Verbesserungen und Anbindungen – nicht zuletzt auf Basis unserer Kunden-Feedbacks. Das unterscheidet uns von zahlreichen Mitbewerbern.

Sie setzen unter anderem auf Partnerschaften mit anderen Technologie-Unternehmen. Welche Vorteile bietet das den Hoteliers? 

Von Anfang an haben wir auf eine offene API-Strategie gesetzt. Das bedeutet: Jedes Hotel kann mit Hilfe weniger Klicks Anbieter beziehungsweise Systeme aus allen Bereichen anschließen. Wir berechnen keine laufenden Gebühren für die Anbindung und sprechen vor allem mit den Entwicklungsabteilungen unserer Partner darüber, wie wir übergreifende Prozesse verbessern können. Dafür bekommen wir sehr viel positive Rückmeldungen. Eine offene API bereit zu stellen, ist aber nicht alles. Es kommt auf die genaue Art des Daten-Austausches an. 

Immer mehr Technologie-Anbieter offerieren Hotelbetrieben ihre Dienste. Wie hebt sich ibelsa in diesem Umfeld ab?

Wir sind als inhabergeführtes Unternehmen seit zehn Jahren am Markt etabliert und haben der Branche gezeigt, dass wir ein verlässlicher Partner sind. Ich bin sehr stolz auf unser Team und darauf, dass uns mittlerweile eine vierstellige Zahl von Kunden in über 30 Ländern vertraut. Wir sind nach wie vor eigenfinanziert und möchten es auch bleiben. Ohne Investments im zweistelligen Millionenbereich, wie bei einigen Marktbegleitern, geht manches nicht so schnell, wie ich es gerne hätte. Aber ich bin mir sicher, dass wir mit unserem organischen Wachstumsanspruch und dem kundenzentrierten Ansatz auch langfristig weiter erfolgreich sein werden. Ich stelle zunehmend fest, dass Kunden genauer prüfen, wer ihre Partner sind, für welche Werte sie stehen und glaube fest daran, dass gerade darin ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal liegt. Wir verstehen uns als Partner auf Augenhöhe.

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