Dienstag, Mai 24, 2022
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„Ich will gerechte Bezahlung“

Die Johannesbad Hotels haben im Krisenjahr 2020 mehr Auszubildende eingestellt als noch 2019. Erstaunlich, denn nach einer Analyse des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) liegt das Ausbildungsplatz-Angebot im Gastgewerbe um 30 Prozent unter Vorjahresniveau. Ralf Müller (Foto), der die Geschäfte der Johannesbad Hotels leitet, sieht seine Personalstrategie als Investition in die Zukunft der Hotellerie: „Die heutigen Auszubildenden sind die Hoteldirektoren und Geschäftsführer der Zukunft!“ Statt wie in den vergangenen beiden Jahren vier Auszubildende, fangen am 1. September 2020 acht Nachwuchskräfte in den fünf Johannesbad Hotels in Bad Füssing an – also doppelt so viele.

Müller stemmt sich auch bei der Entlohnung der Azubis gegen den Trend. „Wer qualitativ hochwertige Arbeit erwartet, muss sie auch entsprechend entlohnen“, sagt er. Damit fordert der Geschäftsführer der Johannesbad Hotels die Branche auf, auch Auszubildende besser zu bezahlen. „Ich rede nicht von der Mindestausbildungsvergütung, sondern ich will gerechte Bezahlung.“ Ralf Müller hat die Aktion „Kein Azubi unter 1.000 Euro!“ ins Leben gerufen. Azubis in allen sieben Hotels der Johannesbad Gruppe in Bad Füssing und im österreichischen Bad Hofgastein erhalten ab dem neuen Ausbildungsjahr im September mindestens 1.000 Euro monatlich brutto – das entspricht 30 Prozent mehr. Auch die Auszubildenden, die bereits bei den Johannesbad Hotels arbeiten, erhalten mehr Geld. „Damit liegen wir weit über den tariflichen Ausbildungsvergütungen“, versichert der Geschäftsführer der Johannesbad Hotels. „Unsere Azubis sind es wert, denn nur mit ihnen sind wir auch für die Zukunft gut aufgestellt.“ An diesem Plan hält Ralf Müller auch in der aktuellen Lage fest, obwohl gerade die Hotellerie unter den Corona-Beschränkungen besonders zu leiden hat. Er meint: „Es darf nicht die Schwächsten treffen.“

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