Sonntag, September 26, 2021
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Deutsche in Reiselaune

Die Deutschen sind in diesem Jahr mehr als 1,67 Milliarden Tage privat gereist – so viele wie nie zuvor und 1,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Jeder Deutsche, vom Säugling bis zum Senior, war damit 2015 durchschnittlich 20,6 Tage unterwegs. Und die Reisefreude reißt nicht ab: Der BTW-Tourismusindex, der die Bereitschaft der Deutschen misst, in den kommenden Monaten in Reisetage zu investieren, liegt auch zum Jahresende deutlich im positiven Bereich (2,4).

„Für das kommende Jahr rechnen wir mit noch einmal 2 Prozent mehr Reisetagen“, kommentiert der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) Dr. Michael Frenzel die Ergebnisse. „Allen äußeren Umständen zum Trotz bricht die Reisebegeisterung der Deutschen nicht ab. Das liegt vor allem an den günstigen Konsumrahmenbedingungen wie steigenden Reallöhnen, geringer Arbeitslosigkeit und niedriger Sparneigung. Trotzdem werden wir genau beobachten, wie sich die Terroranschläge aber auch das unter anderem durch die anhaltenden Flüchtlingsströme zuletzt leicht sinkende Konsumklima langfristig auf die Reiselaune auswirken werden.“

Deutlich mehr private Reisetage (plus 3 Prozent) wurden 2015 im Rahmen von Übernachtungsreisen verbracht, während die Tagesreisen (minus 1 Prozent) leicht rückläufig waren. Und wer hat 2015 seine Reisezeit besonders deutlich gesteigert? Auch diese Frage beantwortet ein Blick in die Daten des Tourismusindex: Mehr gereist als 2014 sind ganz besonders junge Erwachsene zwischen 20 und 34 (plus 4 Prozent), Personen mit einem Haushaltsnettoeinkommen von 2.250 Euro und mehr (plus 3 Prozent), Menschen aus 1-Personen-Haushalten (plus 4 Prozent) und aus Städten zwischen 100.000 und 499.999 Einwohnern (plus 4 Prozent) sowie Personen, die täglich ins Internet gehen (plus 9 Prozent). Regional gesehen waren insbesondere Berliner (plus 8 Prozent), Niedersachsen und Sachsen (je plus 6 Prozent) mehr unterwegs. Bei den Geschlechtern lagen die Frauen in Sachen Wachstum knapp vor den Männern. Der statistische Wachstumstreiber des Jahres ist damit also die junge, alleinlebende, recht gut verdienende, internetaffine Großstädterin.

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