Servicequalität halten, wenn die Kosten steigen

Servicequalität halten, wenn die Kosten steigen

Der Autor Maurice Sausse ist Senior Business Development Manager für Access Hospitality.

Kurzfristigere Buchungen, preissensiblere Gäste, steigende Energie- und Lebensmittelkosten – wer aktuell ein Hotel führt, kennt das Gefühl, permanent zwischen Kostendruck und dem eigenen Anspruch an guten Service zu jonglieren. Der DEHOGA bringt es auf den Punkt: Viele Betriebe arbeiten am Limit. Die dauerhaft auf sieben Prozent gesenkte Mehrwertsteuer auf Speisen ist ein wichtiges Signal, wird die gestiegenen Fixkosten allein aber nicht auffangen. Der im Januar auf 13,90 Euro angehobene Mindestlohn erhöht den Druck auf die Personalkosten spürbar – weitergeben lässt er sich angesichts preissensibler Gäste kaum.

Die gute Nachricht: In den meisten Häusern bieten die Prozesse großes Potenzial, um Kosten zu senken und die Servicequalität zu sichern: Spielraum, ohne beim Gast zu sparen.

Ausgangspunkt ist die Automatisierung von Routine-Aufgaben. Online-Check-in, digitale Meldescheine, automatisierte Zahlungsprozesse, Pre- und Post-Stay-Kommunikation kosten die Rezeption täglich Stunden, die anderswo fehlen. Self-Service-Angebote wie ein mobiler Schlüssel oder eine digitale Rechnung entlasten das Team, wo Gäste den digitalen Weg längst bevorzugen. Wer das digitalisiert, gewinnt Zeit für persönliche Beratung. 

Noch mehr Wirkung entfalten diese Services in einem gemeinsamen PMS, das Rezeption, Housekeeping und Reservierung auf einer Plattform bündelt. Damit sind Informationen für alle sofort verfügbar. Und wer Stoßzeiten sowie Auslastung datenbasiert im Blick hat, plant sein Personal deutlich souveräner als nach Bauchgefühl.

Gerade bei hoher Fluktuation zeigt sich der Effekt schnell: Eine einheitliche PMS-Oberfläche macht neue Mitarbeitende zügig produktiv und nimmt viel von der täglichen Frustration aus dem Team. Kurzum: Wer sein Team von Routinelast befreit, gewinnt dessen Zufriedenheit gleich mit, was beim Fachkräftemangel bares Geld wert ist. Effizienz und Gastfreundschaft sind eben kein Widerspruch. Man muss sie nur endlich zusammen denken.