Die Aussagekraft von Hotelbewertungen auf Buchungs- und Bewertungsportalen für den deutschen Hotelmarkt ist im Zuge einer Studie untersucht worden. Mit dem Ziel, zu prüfen, ob sich aus öffentlich zugänglichen Portalbewertungen ein belastbares, objektives Ranking der bestbewerteten Hotels in Deutschland ableiten lässt. Nach den Erkenntnissen dieser Studie bieten diese jedoch keine hinreichende Datenbasis, um die Qualität der Hotels in Deutschland, sowohl in ihrer regionalen wie auch leistungsbezogenen Bandbreite, vollständig und objektiv abzubilden. „Die Portale erweisen sich als zu unvollständig und ungenau sowie beeinflusst von verschiedensten Verzerrungen, die in der Studie exemplarisch beschrieben werden, um daraus ein seriöses, bundesweites Ranking ableiten zu können“, sagt Jens Rosenbaum (Foto), der die Studie initiiert und durchgeführt hat. Die erzielbare Sichtbarkeit sei zu begrenzt und unscharf. Es wurden zunächst 31 Plattformen identifiziert, methodisch bewertet und für die vertiefende Analyse sowie für ein finales Meta-Ranking auf zwölf Portale methodisch geeigneter Anbieter reduziert.
Grundlage der Auswertung waren im November 2025 erhobene Daten, wobei für eine notwendige Begrenzung der Datenmenge nur die Top 50 bewerteten Hotels der 20 für die vertiefende Analyse genutzten Portale untersucht wurden. Auf diese Weise wurden 566 individuelle Hotels identifiziert. Die Analyse zeigt: Hotelbewertungsportale bieten Gästen zwar wichtige Orientierung, sind aber nur eingeschränkt repräsentativ. Bewertet wird meist von einer kleinen, selektiven, digitalaffinen Nutzergruppe. Zudem verzerren die Ergebnisse unterschiedliche Portalmechanismen, Bewertungslogiken, Nutzerstrukturen und emotionale Extrembewertungen. Neben einer Gegenüberstellung der Portalergebnisse erfolgte zusätzlich erstmals eine gewichtete Meta-Analyse (Hotel-Meta-Ranking), womit eine höhere Aussagekraft gegenüber Einzelratings erzielt, aber auch keine objektive Qualitätsprüfung vor Ort ersetzen werden kann. Dieses finale Meta-Ranking führt zu einem Best-off mit 61 Hotels, die sich durch eine hohe, portalübergreifende Sichtbarkeit mit stabil positiver Bewertung auszeichnen, was aber nicht zwingend die besten Hotels im umfassenden qualitativen Sinn darstellt.
Ergänzend untersucht wurde auch die Rolle des Hotelbetts in Bewertungen. Obwohl es selten als eigene Kategorie abgefragt wird, beeinflussen Schlafkomfort, Hygiene, Matratzenqualität und Bettumfeld die Gesamtzufriedenheit erheblich. Und so verschaffen Hotelbewertungsportale, die einen festen Platz innerhalb der Hospitality haben, bei entsprechender Nutzung interessante Erkenntnisse. So wird unter anderem deutlich, welche Bedeutung eben den Themen Bett und Schlaf zukommt und wie Gäste diese Themen definieren und bewerten. Und es zeigt sich, wo die Hospitality ansetzen kann, um Wirkungstreffer im Sinne positiver Bewertungen zu erzielen. Da Schlafkomfort, bedingt durch seine starke subjektive Wahrnehmung, nur mit entsprechendem Aufwand zu optimieren ist, sollte das Augenmerk auf eine zeitgemäße und damit weniger angreifbare Hygiene gelegt werden. Denn hier geht es nur um die Erfüllung der jeweils gültigen Standards, die für jedes Hotel darstellbar wären, sofern entsprechende Hygienekonzepte (siehe DEHOGA oder auch Hotelstars Union bezüglich Hygieneanforderungen) korrekt umgesetzt werden. Gespart werden kann dafür hingegen am Design, denn dies ist den Gästen weniger wichtig. Hygiene im Hotelbett ist nur ein Beispiel, das aufzeigt, wie Informationen aus den Hotelbewertungsportalen Eingang in die Meinungsbildung finden. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Bewertungsportale keine vollständige Markttransparenz schaffen, aber wertvolle Hinweise auf gäste- und bewertungsrelevante Erfolgsfaktoren liefern.
Auszüge aus der Studie wurden bereits im Fachmagazin Cost & Logis publiziert. Die gesamte Studie inklusive der Ergebnisse der Best-off des Hotel-Meta-Rankings sowie der einzelnen Übersicht aller 566 Hotels der Top 50 aus 20 Portalen umfasst rund 100 Seiten und kann bei der LL&J Verlag GmbH vorbestellt werden (Auslieferung ab 1. Quartal 2027).

