Montag, September 27, 2021
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Green Lobby – nachhaltig durch die Krise?

Nachhaltigkeit ist ein Thema, an dem mittlerweile kein Mensch und kein Unternehmen mehr vorbeikommt. Befeuert durch eine immer hitziger geführte Klimaschutz-Debatte und Initiativen wie Fridays for Future, hat die Entwicklung besonders in den vergangenen Jahren noch einmal spürbar an Dynamik zugelegt. Auch durch die Hotellerie zieht sich längst ein „grüner Faden“.

Überschattet wird der Trend zur Nachhaltigkeit derzeit wie vieles andere auch durch die anhaltende Pandemie, die unser Leben auf den Kopf und viele für selbstverständlich gehaltene Verhaltensweisen auf den Prüfstand stellt. Zumal sich viele Menschen durch die Schutzmaßnahmen gegen das Virus in ihrer beruflichen Existenz bedroht sehen. Wer denkt schon an Nachhaltigkeit, wenn es um das eigene Hab und Gut geht, könnte man meinen. Dabei ist der nachhaltige Weg durch die Krise möglicherweise der unterm Strich erfolgreichere.

Im aktuellen Experten-Talk connectedby haben wir vor diesem Hintergrund die Frage „Green Lobby – nachhaltig durch die Corona-Krise?“ gestellt. „Natürlich kommt besser durch die Krise, wer nachhaltig wirtschaftet“, behauptet dort Martin Stockburger, Gründer der Koncept Hotels. Die Hoteliers, die sich mit Nachhaltigkeit beschäftigten, kämen deshalb auch erfolgreicher durch die Pandemie. Es gehe, so Stockburger, „um den sorgfältigen, achtsamen Umgang mit Ressourcen“. Und der bedeute auch, dass „Nachhaltigkeit Geld verdient“. Hakan Ardic, Vice President Hospitality & Mobilty von E-Mobilität-Dienstleister Wirelane, sieht im nachhaltigen Wirtschaften „die Voraussetzung, um sich als Unternehmen künftig durchsetzen zu können“. Und Suzann Heinemann, Gründerin der GreenLine Hotels versichert: „Wir hatten in der bisherigen Krise enorm viel zu tun. Die Hotels sind sehr aktiv, nutzen die Zeit des Lockdowns, um sich für die Zukunft aufzustellen.“ Man habe etwa „ein eigenes Umweltprogramm geschrieben“, so die Unternehmerin, um die nachhaltige Unternehmenspolitik einmal in eine feste Form zu gießen. Dort ist dann zum Beispiel nachzulesen, wie sich der Papier- und Stromverbrauch entwickelt und welche Transportmittel für welchen geschäftlichen Reisen zum Einsatz kommen.

Die Talker

Martin Stockburger

ist Gründer der auf nachhaltige und digitale Hotelführung ausgerichteten Marke Koncept Hotels. 2018 wurde die von ihm entwickelte digitale Guest Journey mit dem Digital Leader Award, Deutschlands wichtigster Digital-Auszeichnung gewürdigt. Zuvor war Stockburger Vice President der Althoff Hotels. Auch für Hotels in Spanien, Deutschland und der Schweiz war er bereits tätig. Stockburger ist Absolvent der Hotelfachschule Heidelberg.

Suzann Heinemann

ist Gründerin und Geschäftsführerin in den Bereichen Hotelentwicklung und -beratung. 2001 entwickelte Sie die Marketing- und Vertriebsplattform GreenLine Hotels, die mittlerweile als Buchungs-Plattform für nachhaltiges Reisen und nachhaltig zertifizierte Hotels in Europa fungiert. 2015 gründete Suzann Heinemann das Institut InfraCert und lancierte das Zertifikat GreenSign. Für Events folgten 2020 die Label Clean & Safe sowie Green Clean & Safe.

Hakan Ardic

ist Vice President Hospitality & Mobility für das Unternehmen Wirelane, ein Full-Service-Provider für E-Mobilität. Er kommt aus der Reisebranche, wirkte in führenden Positionen für renommierte Unternehmen wie Expedia, Thomas Cook sowie für das Mobility-Start-Up Blacklane. Ardic ist studierter Touristikfachwirt, hat eine Ausbildung zum Reiseverkehrskaufmann (Tourismuskaufmann) absolviert und ein Förderprogramm für Nachwuchsführungskräfte bei Thomas Cook durchlaufen.

connectedby

…ist der Experten-Talk für die Hotellerie. Die hochrangig besetzten Talk-Runden werden im Fernsehstudio aufgezeichnet. Videos, die über die News-Plattform cost-logis.de sowie über diverse Social-Media-Plattformen veröffentlicht werden, geben einen Einblick in die Diskussion und halten die wichtigsten Statements fest.

Wer sind die Talker? Um welche Fragen geht es? In Cost & Logis sowie auf cost-logis.de wird der kommende Talk angekündigt. Einen ausführlichen Nachbericht finden Sie in der jeweils folgenden Ausgabe von Cost & Logis sowie zeitgleich auf cost-logis.de

Doch längst nicht überall, wo „grün“ draufsteht, ist auch wirklich „grün“ drin. „Ich möchte schreiend davonlaufen, wenn ich sehe, was sich einige Unternehmen der Branche als nachhaltig auf die Fahnen schreiben und es auch genauso nach außen tragen“, berichtet Martin Stockburger. „Und an dieser Stelle spreche ich von „großen Kollegen“. Der Chef der Koncept Hotels: „Da wird beispielsweise der Einsatz von LED-Leuchtmitteln als nachhaltig verkauft, zu dem es aufgrund gesetzlicher Vorgaben mittlerweile gar keine Alternative mehr gibt.“ Stockburger mit Blick auf die nachhaltigen Perspektiven solcher Kandidaten: „Wenn das der Motor in diesem Auto ist, dann wird es nicht lange fahren.“

GreenLine-Gründerin Heinemann beobachtet derweil, dass es zurzeit vor allem die privat geführte Hotellerie ist, die das Thema Nachhaltigkeit „intensiv vorantreibt“. Die Ketten hätten „immerhin schon mal angefangen“. Kein Wunder, wächst doch offenbar auch der Druck der Firmenkundschaft. „Die Konzerne wollen wissen, wie sich ihr CO2-Fußabdruck entwickelt, das schließt auch das geschäftliche Reisen ein“, so Heinemann, die unter anderem auch das Nachhaltigkeits-Siegel GreenSign etabliert hat. Es geht den großen deutschen Unternehmen also immer mehr um die Frage: Wieviel Kohlendioxid verbrauchen wir pro Hotelübernachtung und wo lassen wir unsere Mitarbeiter angesichts dessen in Zukunft noch übernachten?

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