Donnerstag, Mai 19, 2022
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„Gäste werden unsere Branche wieder mehr schätzen lernen“

Wie sollten Hoteliers die Zeit des Stillstands nutzen, um sich auf die Zukunft vorzubereiten?

Wesentlich ist unter anderem, den Content inklusive der Texte und Beschreibungen zu überarbeiten, die elektronischen Vertriebswege zu analysieren und auf den Prüfstand zu stellen, interne Arbeitsabläufe und die Ausstattung des Hauses zu optimieren und zusätzliche Möglichkeiten des Verkaufs zu definieren. Viele Hotels verlieren sich im Angebot zahlreicher Arrangements und vorgefertigter Pauschalen, machen sich oft nicht die Mühe, zu kontrollieren, welche dieser Packages Umsatz bringen, wann und von wem sie gebucht werden. Die meisten Online-Buchungsmaschinen bieten die Möglichkeit, Paketbausteine innerhalb der elektronischen Buchungsstrecke anzubieten. Vom Blumenstrauß bis hin zur Abholung am Flughafen ist alles möglich. Oft sind es die kleinen Dinge, die den Gast animieren, auf Ihrer eigenen Website zu buchen.

Inwieweit wird sich das Business verändern?

Niemand weiß wirklich, wie sich der Einsatz von Video-Konferenzen, Home-Offices und flexiblen Arbeitszeiten auswirken wird. Ich bin der Meinung, dass die Buchungen für Tagungen und Konferenzen ab Herbst für das Folgejahr wieder zunehmen werden. Allerdings habe ich die Befürchtung, dass einige Hoteliers nach der Krise mit Kampfpreisen an den Start gehen werden – im Bemühen, Auslastung um jeden Preis zu generieren. Vergangene Krisen haben gezeigt, dass dieses Verhalten den Markt schwächt und den Betrieben schadet. Ich wünsche mir, dass die Branche an dieser Stelle zusammensteht, um den Markt zu stärken.

Welche neuen Schwerpunkte werden sich daraus ergeben?

Ich rechne mit einer Konsolidierung des Marktes. Vor allem branchenfremde Investoren lernen gerade, dass die Hotellerie nicht zwingend Profite abwirft. Meiner Meinung nach wird das Thema Wahrnehmung immer wichtiger; und zwar auf beiden Seiten. Gäste werden unsere Branche wieder mehr schätzen lernen und Hoteliers werden ihre Gäste mit anderen Augen sehen. Wenn man aus der Krise etwas Positives ziehen kann, ist es die Erkenntnis, dass Gäste zukünftig gezielter und sensibler buchen werden, vielleicht auch Beschreibungen und Restriktionen bewusster wahrnehmen. Auf der anderen Seite hoffe ich, dass auch die Kolleginnen und Kollegen in der Branche sensibler mit den Gästen umgehen werden.

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