Donnerstag, Oktober 21, 2021
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Sterne-Schummel: Luthe greift durch!

Mit aller Konsequenz geht Markus Luthe, IHA-Hauptgschäftsführer und Geschäftsführer der auf Bundesebene zuständigen DEHOGA Deutsche Hotelklassifizierung GmbH, gegen die Schummelei mit Hotelsternen vor. Am 20. Juli 2016 hatte das ZDF in seiner Sendereihe „ZDF zoom“ über die Deutsche Hotelklassifizierung berichtet. Hauptvorwurf: Ein Viertel aller Hotels einer 1.000 Betriebe umfassenden Stichprobe werbe mit abgelaufenen oder sich selbst vergebenen Sternen. Auch die Vor-Ort-Kontrollen klassifizierter Betriebe müssten gründlicher durchgeführt werden.

Luthe: „Wir haben die uns vom ZDF übermittelten Rechercheergebnisse überprüft und bestätigen deren Plausibilität sowie Stichhaltigkeit. Auch Wochen nach Ausstrahlung der Sendung warben von den 251 vom ZDF entdeckten Hotels noch 189 aus unserer Sicht unberechtigt mit Hotelsternen. Auch unsere eigene zwischenzeitlich durchgeführte Stichprobenerhebung mit einem Umfang von rund 3.000 Hotel-Homepages ergab ein hohes Ausmaß illegitimer Sternewerbung: Auf rund 8 Prozent der überprüften Webseiten warben Hotels mit abgelaufenen oder selbst vergebenen Sternen.“
Um die Interessen klassifizierter Betriebe und die Markenrechte der Deutschen Hotelklassifizierung künftig besser zu wahren, werde die DEHOGA Deutsche Hotelklassifizierung GmbH noch im Laufe dieses Jahres eine Software einsetzen, mit deren Hilfe die rund 21.000 Hotel-Homepages in Deutschland regelmäßig und automatisiert auf unberechtigte Sternewerbung geschient werden könnten, so der Luthe weiter. Die bereits heute oder zukünftig ermittelten Betriebe mit illegitimer Sternewerbung werden daraufhin ohne Ausnahme von der regional zuständigen Klassifizierungsgesellschaft aufgefordert, sich gültig klassifizieren zu lassen oder die Werbung mit Hotelsternen einzustellen. Nicht einvernehmlich zu lösende Fälle, werden der Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs in Bad Homburg übermittelt.
Zusätzlich werde man gemeinsam mit den Klassifizierungsgesellschaften das Prozessmanagement dahingehend verbessern, dass Hoteliers noch früher und aufmerksamkeitsstärker eine Nachricht über ihre in Kürze auslaufende Klassifizierung bekommen, damit eine reguläre Nachklassifizierung nach drei Jahren Gültigkeit oder eben die Einstellung der Sternewerbung fristgerecht umgesetzt werden kann.

„Neben die bisherige anlassbezogene Kontrolle der Einstufungen durch die Klassifizierungskommissionen“, versichert Luthe, „wird zudem auch eine bundesweite stochastische Überprüfung vor Ort treten“. Ferner werde man das Training und den Austausch der Kontrolleure untereinander durch überregionale Treffen, Benchmarking, Webinars und unser E-Learning-Tools intensivieren.
Im Sinne einer einheitlichen und verbraucherfreundlichen Verwendung von Hotelsternen fordern die Klassifizierungs-Wächter „allerdings auch Buchungsportale, Bewertungsportale und (Meta-)Suchmaschinen zum Verzicht auf eigene „Portalsterne“ für Hotels auf, denen in der Regel keine einsehbaren und objektiven Kriterienkataloge“ zugrunde lägen. Luthe: „Die Deutsche Hotelklassifizierung erneuert ihr Angebot eines automatisierten und entgeltfreien Datenabgleichs mit den Online-Portalen über eine XML-Schnittstelle in Echtzeit.“

Mit Hilfe dieser Maßnahmen sei man „zuversichtlich, den temporären Gegenwind wieder in einen stabilen Aufwind für die Deutsche Hotelklassifizierung umwandeln und den Marketingmehrwert für klassifizierte Betriebe weiter steigern zu können“, so Luthe.

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