Donnerstag, Mai 19, 2022
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„Politisches Bauernopfer“

Die Dorint Gruppe sieht sich nach eigenen Angaben motiviert, Anträge auf die einstweilige Aussetzung der Übernachtungsverbote bei allen zuständigen Oberverwaltungsgerichten zu stellen. Es fehle an der Verhältnismäßigkeit der Anordnungen in Bezug auf die betroffene Branche, reklamiert Dirk Iserlohe (Foto), Aufsichtsratsvorsitzender der Gruppe. Er begründet dies mit „immensen Investitionen in Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen während und nach dem ersten Lockdown, die bis heute strikt eingehalten würden sowie mit der Tatsache, dass sich in den Dorint Hotels & Resorts noch kein Gast infiziert habe. Iserlohe beruft sich dabei auf die Statistik des Robert Koch Instituts (RKI), in der veröffentlicht worden sei, dass Hotels keine signifikanten Infektionsquellen seien und damit statistisch keinen relevanten Beitrag zur Verbreitung des Corona-Virus leisteten. Der Unternehmer sieht die neuen Restriktionen daher als „ungerechte und unangemessene Benachteiligung des gesamten Gastgewerbes“. 

Das RKI habe festgestellt, dass die privaten Haushalte die Hauptinfektions-Quellen seien, da dort der Abstand nicht gewahrt werde. Zwangsläufig würden daher nun potenzielle Hotelgäste in private Quartiere ausweichen, die nicht kontrollierbar seien und auch nicht kontrolliert werden sollen. Durch den erneuten Lockdown seien schon Gäste, die den Preis für hygienisch einwandfreie Urlaubsziele bereits bezahlt haben, aus den Destinationen regelrecht „vertrieben“ worden. 

Die wirtschaftlichen Auswirkungen habe die Bundesregierung laut Iserlohe – trotz der Sommerpause, die in Berlin ungekürzt wahrgenommen wurde – nicht durchdacht. Obwohl rechtzeitig von den führenden Virologen auf das Infektionsgeschehen in Herbst und Winter hingewiesen worden sei, wurden keine konkreten Unterstützungsprogramme für den geplanten Lockdown erarbeitet beziehungsweise verkündet, um so die zu erwartenden wirtschaftlichen Schäden zu kompensieren. Die Umsatzausfälle in der Hotel- und Gastronomiebranche seien jetzt schon enorm und das Wirtschaftsjahr faktisch schon zu Ende. Denn selbst wenn der Lockdown am 30. November ausliefe, rechnen die betroffenen Hoteliers nicht wieder mit sofortigen Buchungen. Vielmehr noch gehen inzwischen viele davon aus, dass der Lockdown verlängert wird. 

Hotelunternehmer Dirk Iserlohe ist sich sicher: „Das alles führt jetzt dazu, dass die Hotellerie und Gastronomie durch den erneuten Lockdown – ohne entsprechend ausgereifte Programme, Hilfen und Unterstützungsmaßnahmen – zu einem politischen Bauernopfer wird.“

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